Villageworks (Kambodscha)

Die Fairhandelsorganisation Villageworks Songkhem, die Mitglied der WFTO ist, geht zurück auf die Gründung durch eine methodistische Missionarin. Villagworks beschäftigt in zwei eigenen Produktionszentren in Phnom Penh und in Baray insgesamt etwa 180 Menschen, davon 65 Vollzeit und in Festanstellung. Die meisten sind körperlich eingeschränkt, in Kambodscha werden als Folge der Giftgasangriffe im Bürgerkrieg viele Kinder mit Fehlbildungen geboren, andere verlieren Gliedmaßen bei Unfällen mit immer noch weit verstreuten Landminen.

Eine Sozialversicherung oder eine Unterstützung durch den Staat für Behinderte gibt es in Kambodscha nicht, die Menschen sind auf ihre Familien angewiesen oder Betteln. Bei Villageworks werden sie angelernt und können in freundlicher Atmosphäre ihren Lebensunterhalt verdienen. Leiterin Anak sorgt auch für bezahlbaren Wohnraum in der Nähe der Werkstatt in Phnom Penh, denn diese Stadt ist alles andere als behindertengerecht - im Rollstuhl ist es quasi unmöglich, sich selbstständig fortzubewegen. Hauptsächlich wird geschneidert, und zwar viel aus recycelten Plastiksäcken - Kambodscha ist ein rohstoffarmes Land, doch die boomende Bauindustrie generiert Berge von leeren Zementsäcken. Auch sonst entwickelte sich Kambodschas Wirtschaft in den letzten Jahren steil nach oben, immer mehr Textilindustrie siedelt sich hier an - allerdings entstehen dort keine Arbeitsplätze für Menschen, die nicht voll leistungsfähig sind. Ebenso wenig wie für Frauen vom Lande ohne Schulbildung. Hier unterstützt Villageworks viele Frauengruppen in verschiedenen Regionen Kambodschas und kauft deren Produkte - prächtige Webstoffe aus Seide, am heimischen Webstuhl unter den landestypischen Stelzenhäusern gewebt, die wiederum zu Schals oder auch Taschen verarbeitet werden, kreativen Schmuck aus allerlei Samen und sogar aus Munitionsresten, die immer noch weit verbreitet gefunden werden.

Bei unseren Besuchen sind wir immer wieder beeindruckt von dem herzlichen Umgang der Geschäftsleitung mit den einzelnen ProduzentInnen. Hier findet Kommunikation auf Augenhöhe statt, und jeder einzelne wird gesehen und nach seinen individuellen Möglichkeiten gefördert.

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